Die Restschuldbefreiung ermöglicht es natürlichen Personen nach der Wohlverhaltensphase die Schuldenfreiheit zu erhalten.

 

Damals:
Bevor die neue Insolvenzordnung 1999 in Kraft trat, war die frühere Konkursordnung vom Grundsatz der unbeschränkten Nachforderung geprägt. Das bedeutete für den Schuldner, dass bis zur Verjährung (30 Jahre) immer wieder Zwangsvollstreckungsmaßnahmen durchgeführt werden konnten.


Heute:
Mit der neuen Insolvenzordnung wurde die Restschuldbefreiung eingeführt. Jetzt hat der redliche Schuldner die Chance des Neuanfangs. Nach Ablauf des Insolvenzverfahrens werden die Verfahrenskosten und die restlichen Schulden in der Regel erlassen.


Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens (inklusive des Antrages aus Restschuldbefreiung) tritt eine 6 Jahre andauernde Wohlverhaltensphase ein, in der der Schuldner sein pfändbares Einkommen an einen Treuhändler zu überlassen hat, der dieses an die Gläubiger weiterverteilt.

Der Selbstbehalt des Schuldners wird stets an die aktuelle Lebenssituation angepasst. Nach Ablauf von 6 Jahren ist das Verfahren abgeschlossen und der Betroffenen ist schuldenfrei.

Mit der Reform vom 1.7.2014 kann unter anderem die Länge der Wohlverhaltensphase auf fünf oder sogar auf drei Jahre verkürzt werden. Näheres lesen Sie unter dem Button „Reform der Verbraucherinsolvenz“.

Beispiel


Der Versicherungskaufmann V erfüllt sich und seiner Familie den Traum vom Haus im Grünen. Drei Jahre nach Einzug verliert V völlig unerwartet und unverschuldet seine Arbeitsstelle, da das Versicherungsunternehmen seine Kölner Filiale schließt. Durch die Arbeitslosigkeit entstehen Probleme mit der Rückzahlung der monatlichen Rate an die das Haus finanzierende Bank. Die Bank kündigt das Darlehen und lässt das Haus versteigern. Nun kommt es noch schlimmer. Die Versteigerungssumme deckt nicht das Hypothekendarlehn. V soll noch 80.000 Euro an die Bank zurückzahlen. Durch das Zwangsversteigerungsverfahren und den dadurch erzwungenen Umzug steigen seine Schulden.

Auch weitere Gläubiger sind in der Zwischenzeit hinzugekommen.


V wendet sich an uns. Wir schreiben alle seine Gläubiger an und können leider nur ein
sehr geringes Rückzahlungsangebot machen. Die Gläubiger lehnen das Angebot ab und wir können die Privatinsolvenz sowie die Restschuldbefreiung beantragen.


Heute ist V wieder schuldenfrei. Er hat auch wieder eine neue Arbeitsstelle bei einem anderen Versicherungsunternehmen gefunden. Als V die Mitteilung erhielt, dass das Insolvenzverfahren zu seinen Gunsten abgeschlossen ist, wusste er, dass er die richtige Hilfe bekam.